Die Grundschule “Auf den Äckern“ in Bork hatte jahrzehntelang zwei Schulhäuser.

Nämlich die Hauptstelle mit der Verwaltung und dem Sitz der Schulleitung an der Waltropper Straße und einen weiteren Zweig der Schule, der in der früheren Marienschule in Hassel untergebracht war.

Auf Beschluss des Rates der Stadt Selm ist seit dem 1.8.2009 auch die ehemalige Freiherr-vom-Stein-Schule in Cappenberg ein Teilstandort der Grundschule “Auf den Äckern”.

Ebenfalls auf Beschluss des Rates der Stadt wurde der Standort Hassel zum Ende des Schuljahres 2009/2010 aufgelöst. Die zu diesem Zeitpunkt verbliebenen beiden Klassen 3c und 4c siedelten in das Hauptgebäude an der Waltroper Straße um.

Kinder, Eltern und LehrerInnen der beiden Standorte bilden eine Schulgemeinde mit einer Schulpflegschaft, einer Schulkonferenz und einem Lehrerkollegium.

 

Die Geschichte der Grundschule “Auf den Äckern” begann im Jahre 1897 mit dem Bau des ersten Schulgebäudes an der Waltroper Straße. Dieser Name wurde wahrscheinlich zunächst gebraucht, um den Standort von den Schulgebäuden am Kirchplatz zu unterscheiden.
So war eine alte Flurbezeichnung Namensgeber für unsere Schule.

Der Name unserer Schule hätte aber auch gut so entstanden sein können, wie Tim aus dem 4. Schuljahr es sich vor einiger Zeit vorgestellt hat. Er schrieb folgende Sage:

 

Wie unsere Schule ihren Namen bekam

Es ist schon ziemlich lange her,da gab es in Bork nur wenige Bauernhöfe.
Auf allen Äckern der Umgebung wuchs das Korn und das Gemüse im Überfluss. Nur auf einem Acker wollte nichts wachsen.

Egal, was der gute Bauer Henzel auch anbaute, nichts wollte gedeihen.
Die anderen Bauern machten sich schon über ihn lustig.

Bauer Henzel überlegte sehr lange und dann schlug er seinen Nachbarn eine Wette vor. ” Ich wette mit Euch, dass im nächsten Jahr das wertvollste, was wir besitzen, auf diesem Acker gut gedeihen wird.

Wieder lachten ihn alle aus und überlegten, was das wohl sein könnte.
Nach einem Jahr hatten viele die Wette schon vergessen, aber Bauer Henzel hatte auf seinem Acker ein schönes, großes Haus gebaut. Als die anderen das Haus sahen,fragten sie sich erstaunt, was das denn sein solle und er erklärte, ” Das Wichtigste, das wir haben, sind unsere Kinder und in diesem Haus wird man ihnen lesen, schreiben und rechnen beibringen, so werden sie prächtig gedeihen ” und erhatte seine Wette gewonnen. Von diesem Tag an nannte man dieses Haus » Die Schule auf den Äckern «.

Diese Geschichte hat sich ein Schüler der vierten Klasse im Jahre 1998 ausgedacht, als im Fach Sprache das Thema “Sagen” behandelt wurde.

 

Unser Programm

Diese Geschichte haben wir u.a. als Ausgangspunkt für unser Schulprogramm gewählt, in dessen Einleitung unsere wichtigsten Anliegen zusammengefasst sind:

“In diesem Haus wird man ihnen Lesen,
Schreiben und Rechnen beibringen
und so werden sie prächtig gedeihen.“

Selbstverständlich wollen wir den Kindern Lesen, Schreiben und Rechnen beibringen und auch dafür Sorge tragen, dass sie in den anderen Fächern etwas lernen.

Aber das alleine wäre uns zu wenig!

Wir wollen, dass diese Schule tatsächlich ein Haus ist, das mit echtem Leben erfüllt ist; ein Haus, in dem Spiele, Feste und Feiern genauso ihren Platz haben wie das Lernen und der Erwerb grundlegender Kenntnisse und Fertigkeiten.

Wir wollen, dass unsere Schule ein Haus ist, in dem Erwachsene und Kinder respektvoll miteinander umgehen und sich gegenseitig achten.

Wir wollen, dass unsere Schule ein Haus ist, in dem wir Kinder stark machen.

Jedes Kind soll mit seiner persönlichen Eigenart, mit seiner Individualität, Wertschätzung und Zuwendung finden; zunächst von verlässlichen und konsequenten Lehrerinnen und Lehrern. Im nächsten Schritt dann auch von seinen Mitschülern; denn Kinder lernen durch Vorbilder.

Wenn es uns Lehrerinnen und Lehrern gelingt, immer aufs Neue an der Verwirklichung dieses Ziels zu arbeiten, werden auch die Kinder immer mehr in der Lage sein, die so erfahrene Anerkennung und Zuneigung untereinander weiterzugeben.

Denn nur Kinder, die sich angenommen fühlen, die bestärkt werden, sind fähig,

soziales Verhalten zu entwickeln,
Partnerschaftlichkeit im Lernen und Zusammenleben aufzubauen,
Kooperations- und Teamfähigkeit zu erlangen,
Kritikfähigkeit und vor allem auch die Fähigkeit zur Selbstkritik zu erreichen.

Die Arbeit am Erreichen dieser Ziele wird nie abgeschlossen sein,

sie wird sicherlich auch nicht ohne Hindernisse, Umwege und auch nicht ohne Rückschläge möglich sein.

Aber wir halten diese Ziele für so wichtig, dass wir entschlossen sind, sie nicht aus den Augen zu verlieren und sie konsequent zu verfolgen.

Das Kollegium der Grundschule “Auf den Äckern”

Schuhlgeschichte

ca. 1675
Erste Nennung einer Schule in Bork ohne nähere Angaben.

1832
Rund 200 Kinder werden in zwei Klassen von zwei Lehrern unterrichtet.

1845
Auf Druck der Regierung in Münster wird eine Mädchenschule eingerichtet. Jungen und Mädchen werden nun getrennt unterrichtet. Der Standort all dieser ersten Schulen war in der Nähe der Kirche. Die Gebäude wurden inzwischen abgerissen.

1897
Bau des ersten Schulgebäudes an der Waltroper Straße.
Zwei Klassenräume und eine Lehrerwohnung werden errichtet.
Hier beginnt die Geschichte der Grundschule “Auf den Äckern”.
Dieser Name wurde wahrscheinlich zunächst gebraucht, um den Standort von den Gebäuden am Kirchplatz zu unterscheiden. So war eine alte Flurbezeichnung Namensgeber für unsere Schule.

1922
Durch einen Anbau wird die Schule um zwei neue Klassenräume erweitert.
Die Schülerzahl war inzwischen auf 407 Kinder angewachsen.
Die Mädchenoberklasse behält ihren Standort.
Ein Raum am Kirchplatz wird nun für Jugendgruppen zur Verfügung gestellt.
Der andere Raum wird als Turnraum genutzt.

1938
Der Betsaal an der Luisenstraße wird als provisorische Turnhalle eingerichtet und von den Schulen Bork, Hassel und Netteberge genutzt, aber schon ein Jahr später wieder geschlossen, weil die Regierung diesen Raum für andere Zwecke beschlagnahmt.

1939
Um Schutz vor Bombenangriffen zu schaffen, mussten die Jungen der Oberklasse Splittergräben auswerfen, die später Holzverkleidungen und Regendächer bekamen.
Da sich bei feuchtem Wetter aber immer Wasser in diesen Gräben sammelte, mussten die Kellerräume im alten Teil des Schulgebäudes bei Fliegerangriffen aufgesucht werden.

1945
Der Krieg neigt sich dem Ende zu. Am 15. März wird Bork Frontgebiet und der Unterricht wird eingestellt. Das Schulgebäude wird nun von ehemaligen Zwangsarbeitern genutzt. Dabei kommt es zu erheblichen Zerstörungen am Gebäude und dem Inventar.
Vieles wird als Heizmaterial genutzt.
Am 5. November wird der Unterricht wieder aufgenommen.

1948
Durch den Krieg und die Vertreibung sind so viele evangelische Mitbürger nach Bork gezogen,dass im Gebäude der Äckernschule nun auch eine zweiklassige ev. Volksschule eingerichtet wird.

1952
Unsere Schule ist mal wieder zu klein geworden. Zwar sind jetzt nur noch 380 Kinder in der Äckernschule, aber der Klassendurchschnitt ist auf 49 Schüler gesunken. So werden nun insgesamt 8 Klassenräume benötigt.

Ein erneuter Anbau mit vier Klassen, dem jetzigen Lehrerzimmer und den Verwaltungsräumen wird errichtet.

1953
Im Keller dieses Erweiterungsgebäudes wird eine Bürgerdusche eingerichtet. Diese kann jeder Einwohner aus Bork gegen eine geringe Gebühr benutzen. Die Bodenfliesen in diesem Raum sind heute noch erhalten und sind der richtige Untergrund für unseren neuen Werk- und Bastelkeller.

1956
Alle Klassenräume erhalten Lautsprecher. So kann der Schulfunk für alle Kinder übertragen werden.

1964
Endlich ist auch die Turnhalle fertig. Sie ist noch heute der von vielen Kindern am meisten geliebte Unterrichtsraum.

1968
Im Zuge der Neuordnung des Schulwesens wird im Gebäude der Äckernschule eine Gemeinschaftshauptschule errichtet. Sie nimmt die Kinder der 5. – 9. Jahrgangsstufen aus den Ortsteilen Bork, Hassel, Cappenberg und Netteberge auf. 351 Kinder werden in 9 Klassen unterrichtet.

Die Kinder der Grundschulen werden im neuen Gebäude der evangelischen Schule untergebracht. Sie sind aufgeteilt in eine evangelische Grundschule mit zwei Klassen und eine katholische mit fünf Klassen.

1969
Ein eigenes Fernsehgerät ermöglicht den Äckernschülern nun auch die Teilnahme am Schulfernsehen und den Genuss von Unterrichtsvideos.

1970
Auf Beschluss des Borker Gemeinderates soll nach dem durchgeführten Bestimmungsverfahren eine kath. Bekenntnisschule und eine Gemeinschaftsgrundschule eingerichtet werden.

Mit Beginn des Schuljahres wird das neue Hauptschulgebäude fertig und die beiden Grundschulen beziehen wieder die Äckernschule und das Schulhaus in Hassel.

1983
Bei der Lernanfängeranmeldung erreicht die kath. Bekenntnisschule nicht die erforderliche Zahl zur Bildung einer Klasse. Durch Anordnung der Bezirksregierung ist sie somit zu schließen. Von nun an werden alle Borker Grundschüler in einer Gemeinschaftsgrundschule unterrichtet. Diese hat zwei Standorte:
Äckernschule und Schulhaus Hassel.

1996
Die Schule ist wieder einmal zu klein. Vor allem aber stinken die Toiletten zum Himmel.
So gibt es nun den vierten Bauabschnitt mit zeitgerechten Toiletten für Schüler und Lehrer, einer Schulküche, einem Klassenraum sowie einem großzügigen Musik- und Tanzraum.

Nach Planungen durch Schüler, Eltern und Lehrer wird vom Umwelthaus unter erheblicher finanzieller Beteiligung des Fördervereins der Schulhof als Spiellandschaft gestaltet.

1999
Aus dem alten Kaninchenstall des Hausmeisters wird durch großzügige Spenden und der Eigenleistung der “Big Bagger Aktion” ein von den Kindern geliebtes Spielehaus.

2000
Die Äckernschule wird mit neuen Medien ausgestattet. Die Verkabelung der Schule für den Internetzugang wird von den Hausmeistern, Eltern und Lehrern in Eigenhilfe ersteilt. Stadt und Land unterstützen die Neueinrichtung nach besten Kräften.

2003
Unsere Schule erhält eine eigene “Homepage”.

2003
Verabschiedung des Schulleiters Meinolf Schröder in den Ruhestand.

2003
Ernennung der neuen Schulleiterin Cäcilia Halfmann.

2005
Einrichtung der OGS.

2008
Im August 2008 wird zum letzten Mal eine Klasse am Standort Hassel eingeschult.

2009
Seit dem 1.8.2009 bildet auf Beschluss des Rates der Stadt Selm auch die ehemalige Freiherr-vom-Stein-Schule in Cappenberg einen Teilstandort der Grundschule auf den Äckern, die nun aus drei Schulhäusern besteht.

2009
Renovierung und Neugestaltung der Fassade des Gebäudes am Standort Bork.

2009
Auf Beschluss des Rates der Stadt Selm ist seit dem 1.8.2009 auch die ehemalige Freiherr-vom-Stein-Schule in Cappenberg ein Teilstandort der Grundschule “Auf den Äckern”.

2010
Auf Beschluss des Rates der Stadt Selm wird der Standort in Hassel zum Ende des Schuljahres 2009/10 aufgelöst. Die verbliebenen Klassen 3c und 4c siedeln zur Waltroper Straße um.

2012
Verabschiedung der Schulleiterin Cäcilia Halfmann in den Ruhestand im Juni 2012.

2012
Am 3. Dezember 2012  übernimmt Anja Knipping die Leitung der Grundschule “Auf den Äckern”.