Jägerin in Cappenberg

Jägerin in Cappenberg

Am 27.01.2017 besuchte Frau Böhmer von der Rollenden Waldschule, die Klassen 2 bis 4 am Teilstandort in Cappenberg.

Gleich in der ersten Schulstunde startete sie mit einem Besuch in der Klasse 3d. Mit dabei hatte sie ein präpariertes Rehkitz. Einige Wochen vor dem Besuch der in der Schule sehr beliebten Jägerin konnten die Kinder sich für ein Wunschthema entscheiden.
Die 3d wählte das Thema „Rehe“. Frau Böhmer erzählte zunächst, dass das mitgebrachte Rehkitz durch einen Unfall ums Leben kam und nicht etwa eigens für die Präparation getötet wurde. Anschließend erfuhren die Kinder noch ganz viel über die Lebensweise und Fortpflanzung der Rehe. Zahlreiche Fragen der Schülerinnen und Schüler folgten. Zum Schluss durfte jeder das Rehkitz streicheln.

Danach ging es in die Klasse 2c.
Es war ein glücklicher Zufall, dass die Jägerin Frau Böhmer ihren Besuch in der Klasse angekündigt hatte, denn aufgeregt hatte Linus vor zwei Wochen darüber berichtet, dass bei ihnen zu Hause ein Fuchs „eingebrochen“ war. Natürlich wurde von den Kindern der FUCHS gewählt, als es um die Auswahl eines Themas bei der Rollenden Waldschule ging.

Die Kinder staunten nicht schlecht und die Neugierde wuchs, als Frau Böhmer in ihrer grünfarbenen Jägerkleidung – einen ausgestopften Fuchs tragend – das Klassenzimmer betrat. Sie stellte sich vor, erklärte warum sie „Jägerin“ geworden ist, was Jäger tun und was es mit dem „grünen Abitur“ auf sich hat. Ebenso ging sie darauf ein, wie aus dem Fuchs ein „ausgestopfter“ Fuchs wurde.

Dann aber prasselten die Fragen der Kinder nur so auf sie ein…

Frau Böhmer beantwortete sie alle so anschaulich und für die Kinder verständlich, dass im Anschluss an diese außergewöhnliche Unterrichtsstunde für die meisten der Berufswunsch feststand: Tierpräparator/in oder Jäger/in !!

Viele interessante Dinge über den Fuchs blieben den Kindern in Erinnerung… z.B. dass
-      der Fuchs ein Allesfresser ist
-      der Fuchs unter der Erde in einem „Bau“ lebt
-      der Fuchs manchmal in einer Wohngemeinschaft z.B. mit einem Dachs lebt
-      der Fuchs ein nachtaktives Tier ist und tagsüber schläft
-      er im Januar eine Partnerin sucht
-      eine Füchsin „Fähe“ genannt wird
-      Füchse 6-8 Junge bekommen
-      Fuchsbabys blind sind
-      der Fuchs ein Einzelgänger ist
-      und nur in einer Familie lebt, in der Zeit, in der die Jungen noch hilflos sind
-      Fuchsbabys nach etwa 4 Monaten allein zurecht kommen müssen

Abschließend besuchte Frau Böhmer in der 3. und 4. Schulstunde die Klasse 4d.

Diese hatte sich im Vorfeld dazu entschieden, mehr über den Turmfalken erfahren zu wollen. Frau Böhmer brachte neben einem präparierten Turmfalken auch noch eine Schleiereule mit, da sich an diesen zwei Tieren viele Unterschiede erklären lassen.

Charakteristisch für den Falken ist, dass
- er zu den Greifvögeln gehört
- Weibchen etwas größer sind als Männchen
- der auffallende Rüttelflug zur Beutesuche
- er im Sturzflug auf seine Beute zufliegt
- er seine Beute mit den Krallen packt und durch einen Biss in den Nacken tötet
- er sich überwiegend von Mäusen, Insekten, Regenwürmern und kleinen Vögeln ernährt
- er unverdauliche Reste der Beute im Magen zu Gewöllen zusammenpresst und dann ausspeit (Haare und Federn; Knochen werden verdaut)
- er tagaktiv ist
- er Nischen in hohen Gebäuden als Nistplatz nutzt
- er 3-6 Junge bekommt

Charakteristisch für die Schleiereule ist, dass

- sie ein herzförmiges Gesicht sowie verhältnismäßig kleine, schwarze Augen hat
- Weibchen etwas größer sind als Männchen
- sie nachtaktiv ist
- sie ihren Brutplatz innerhalb menschlicher Siedlungen wählt
- sie nahezu geräuschlos gleitet
- sie an Waldrändern jagt
- sie ein Beutegreifer ist, d.h., dass sie ihre Beute direkt mit ihren scharfkantigen Krallen tötet
- sie sich vorwiegend von Kleinnagern ernährt
- sie alles unverdauliche auswürgt (Haare, Federn und Knochen)

Zum Schluss erklärte Frau Böhmer noch, wie man es auch bei klirrender Kälte mit Hilfe eines dicken Ansitzsacks und einer grünen Teekanne auf einem Hochsitz gut aushält. Als sie zum Ende der Stunde noch verriet, dass es spezielle Urinflaschen für Frauen gibt und sie somit auf anstrengende Toilettengänge verzichtet können, staunten die Kinder nicht schlecht.

Danke, liebe Frau Böhmer, dass Sie da waren! Es war für alle eine sehr lehrreiche und interessante Sachunterrichtsstunde.

geschrieben von:  Julia Sandmann